Endoskopische Ohrchirurgie


Die endoskopische Ohrchirurgie ist eine neue Technik, die seit wenigen Jahren auf dem Vormarsch ist. In vielen Fällen kann eine endoskopische Ohroperation zu einer weniger invasiven Operation führen, die vollständig über den Gehörgang durchgeführt werden kann. Das Endoskop hilft, die Mittelohrstrukturen gut zu einzusehen.

Das Ohr enthält einige der kleinsten Strukturen des Körpers. Die drei Knochen des Mittelohrs (Gehörknöchelchen genannt) sind die kleinsten Knochen im menschlichen Körper. Der kleinste (der Stapes) ist siebenmal so klein wie ein Cent. Üblicherweise werden Mikroskope in der Mittelohrchirurgie eingesetzt. Diese haben den Nachteil, dass man einige Bereiche des Ohres nicht gut einsehen kann. Um dies zu verbessern, muss dann zusätzlich gesundes Gewebe entfernet werden.


Mit einem Endoskop kann das Objektiv extrem nahe am Ziel platziert werden. Dies ermöglicht eine sehr detaillierte Ansicht. Da das Endoskop so schmal ist, kann es an störenden Strukturen vorbeigeschoben werden. In vielen Fällen führt dies zu einer schonenderen Operation, da weniger Gewebe entfernt werden muss. Das Endoskop bietet auch einen weiten Panoramablick, während das Mikroskop eine engere Sicht bietet. Schließlich können Endoskope abgewinkelte Linsen haben, so dass der Chirurg buchstäblich um Ecken sehen kann. 


Der Vorteil des Endoskops besteht darin, dass die meisten Ohroperationen ambulant durch den Gehörgang möglich werden, ohne jeglichen Hautschnitt.Vielfach reicht eine lokale Betäubung, ähnlich einer Zahnarztbehandlung aus. Der Patient kann Minuten nach der Behandlung die Ambulanz verlassen.